Positiver Start 2019 – gefolgt von größerer Vorsicht?
Die politische Unsicherheit bleibt weiterhin ein Thema
Fast drei Monate lang sorgten die Handelsgespräche zwischen den USA und China sowie die moderaten Meldungen der Zentralbank für Optimismus. Das führte zum besten Jahresauftakt für internationale Aktien seit mehr als 20 Jahren. Die Investoren haben nun jedoch ihren Fokus verlagert und beginnen, genauer auf Konjunkturdaten zu reagieren. In den meisten Märkten legten die Aktien dank der Liquiditätszufuhr der Zentralbank im ersten Quartal zwischen 10 und 15 % zu, auch wenn globale Makrodaten Abkühlungsanzeichen zeigten. Auch die Rohstoffmärkte entwickelten sich im ersten Quartal positiv. Die Kupfer- und Ölpreise stiegen im ersten Quartal deutlich an und auch Gold entwickelte sich in den letzten Wochen positiv, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Trotz der überraschend lockeren Haltung der US-Notenbank in der vergangenen Woche, zeigte sich die Entwicklung am Tag nach der Ankündigung rückläufig. Auch die Rentenmärkte zeigten in der vergangenen Woche Anzeichen von Schwierigkeiten. Da das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen noch unklar ist und die Welt weiterhin auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China wartet, bleibt die politische Unsicherheit ein Problem.
Viele Investoren wollen langfristige Erträge sichern
Im vierten Quartal letzten Jahres zeichnete sich ein deutlicher Rückgang des Welthandels ab. Zugleich schoben Unternehmen als Reaktion auf den Handelskrieg zwischen den USA und China Kapitalinvestitionen auf. Und auch die US-Privathaushalte schnallten den Gürtel im Dezember enger. Das führte zu einem starken Rückgang der Einzelhandelsumsätze. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen fiel letzte Woche unter den Dreimonatssatz. Das bedeutet, dass Investoren momentan langfristige Erträge anstreben. Es ist auch ein mögliches Vorgehen, falls die US-Notenbank aufgrund einer schwächeren Konjunktur die Kurzfristzinsen senkt. Der Markt für Federal Funds preist derzeit eine 70 %-ige Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung vor 2020 ein!
Vor nur drei Monaten wurden im Markt zwei Leitzinserhöhungen im Jahr 2019 eingepreist. Nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich das Wirtschaftswachstum weltweit abgeschwächt. Die Produktion scheint sich im ersten Quartal global verlangsamt zu haben, da die internationalen Handelsspannungen nun auch hier ihre Spuren zeigen. Die globale Wachstumsprognose für 2019 und 2020 wurde vom IWF bereits im vergangenen Herbst nach unten korrigiert. Die Weltwirtschaft soll nun im Jahr 2019 um 3,5 Prozent und im Jahr 2020 um 3,6 Prozent wachsen.
Volatilität und Ungewissheit – Ausrichtung an Spätphase des Konjunkturzyklus
Für 2019 rechnen wir mit weiterem Wachstum, aber auf einem niedrigeren Niveau. Die geld- und finanzpolitische Stützungsmassnahmen werden wahrscheinlich fortgesetzt und sollte den Märkten helfen. Wir gehen nicht davon aus, dass die Wirtschaft ins Stocken gerät: Die Zentralbanken berücksichtigen die Marktentwicklungen bei ihren geldpolitischen Entscheidungen und scheinen bereit zu sein, die Märkte zu stabilisieren. Aus diesem Grund erwarten wir in den USA keine Rezession. Wir prognostizieren jedoch eine anhaltend hohe Volatilität auf den Aktien- und Rentenmärkten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir unser Portfolio weiterhin an der späten Phase des Konjunkturzyklus, mit erhöhter Volatilität und Unsicherheit aufgrund politischer Risiken, ausrichten werden. Wir beobachten die Märkte nach wie vor aufmerksam.