«Private Markets» – neue Anlageperspektiven für Privatanleger

Steigende Zinsen, erhöhte Teuerung, geopolitische Instabilität und nur durchwachsene Renditeaussichten an den Aktienmärkten – für Anleger waren die Zeiten gefühlt auch schon einmal einfacher. Privatmarktanlagen helfen dabei diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie erweitern das Anlageuniversum, schützen vor Inflation, animieren zu einer disziplinierten Anlagestrategie und verbessern das Rendite-Risiko-Profil eines Portfolios. Die Vorteile der «Private Markets» macht die Kaiser Partner Privatbank nun auch Privatanlegern zugänglich.

 

Immer länger (und immer lieber) privat

Was haben ByteDance, SpaceX, Klarna und Revolut gemeinsam? All diese Unternehmen werden von Investoren mit Milliardenbeträgen bewertet, sind aber (noch) nicht an der Börse notiert. Sie werden auch als «Einhörner» bezeichnet, obwohl es inzwischen Hunderte von ihnen gibt und sie somit nicht mehr wirklich selten sind. Denn im Vergleich zu früher bleiben Wachstumsunternehmen heutzutage immer länger in privater Hand. Während Amazon beim Börsengang (IPO) 1997 gerade einmal drei Jahre alt war, dauerte es bei Facebook immerhin schon acht Jahre bis zum IPO (2012). Uber (2019) und AirBnB (2020) waren bei ihren Börsendebuts hingegen bereits Teenager. Privatanleger konnten daher erst sehr spät an ihren Unternehmensstorys partizipieren, der Grossteil der Wertsteigerung blieb aber jenen Investoren vorbehalten, die sich bereits in frühem Stadium am Privatmarkt (via Venture-Capital-Fonds) engagieren konnten.

 

Erweitertes Anlageuniversum (1)

Unternehmen bleiben immer länger in privatem Besitz

Alter des Unternehmens beim Börsengang

Quellen: HarbourVest, Kaiser Partner Privatbank

 

Anleger, die sich allein auf börsennotierte Unternehmen konzentrieren (müssen), verpassen interessante und häufig überdurchschnittlich rentable Investmentopportunitäten. Dies nicht nur im Bereich der Start-Ups und Wachstumsunternehmen, sondern auch bei etablierten Firmen. Wie gross diese Opportunität beziehungsweise das Anlageuniversum in den «Private Markets» ist, veranschaulicht eine Statistik: Knapp 90% aller Unternehmen in den USA mit mehr als 100 Millionen US-Dollar Umsatz sind privat (nicht börsennotiert). Ein ähnliches Bild zeigt sich in Europa. Weniger Regulierung und Offenlegungspflichten sowie geringerer Druck seitens der Aktionäre kurzfristige Ziele zu erreichen, tragen dazu bei, dass Unternehmen immer länger privat bleiben oder sich sogar wieder von der Börse verabschieden. Eine zunehmende Zahl von Firmen befindet sich hingegen im Besitz von Beteiligungsgesellschaften (Private Equity).

 

Erweitertes Anlageuniversum (2)

Opportunitäten an den Privatmärkten nehmen stetig zu

Anzahl Unternehmen in Nordamerika und Europa (privat vs. börsennotiert)

Quellen: Pitchbook, World Federation of Exchanges, Kaiser Partner Privatbank

 

Prämien zu verdienen

 «Private Equity» ist auf dem Papier relativ simpel: Private-Equity-Manager sammeln Kapital(zusagen) von (Gross)Anlegern ein und investieren diese(s) über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren in verschiedene Unternehmen. Bei jedem dieser «Deals» versuchen die Manager mittels Wachstumsstrategien, operationellen Verbesserungen und anderen Stellschrauben (Bewertungsexpansion, Optimierung der Kapitalstruktur) einen Mehrwert zu schaffen und das Unternehmen anschliessend, in der Regel nach drei bis sechs Jahren, wieder zu verkaufen. Aufgrund stattlicher Gebühren (nicht selten 2% p.a. Managementgebühr und 20% Performancegebühr über einer definierten Mindestrendite) ist dieses Modell für Beteiligungsgesellschaften in der Regel ein einträgliches Geschäft. Doch Private-Equity-Manager kassieren nicht einfach ab – sie stellen auch einen signifikanten Teil des Anlagekapitals und gehen somit selbst ins Risiko. Ihr Interesse an einer wertsteigernden Investition ist daher mit dem Anlegerwunsch nach einer guten Rendite gleichgestellt. Und so hat sich Private Equity in der Vergangenheit auch für Anleger rentiert. Je nach genauer Definition und spezifischem Zeitraum hat die Anlageklasse in den letzten zwei Jahrzehnten über längere Perioden eine Überrendite von 3-5% gegenüber dem globalen Aktienmarkt generiert. Und dies bei einer – zumindest der Wahrnehmung nach – geringeren Volatilität.

 

Illiquiditätsprämie (1)

Private Equity hat langfristig die Nase vorn

Wachstum von einem US-Dollar

Quellen: Hamilton Lane, Kaiser Partner Privatbank

 

Das Mehr an Rendite resultierte dabei neben den beschriebenen Instrumenten der Private-Equity-Werkzeugkiste aus Informationsasymmetrien, einer gewissen Komplexität und vor allem einer Illiquiditätsprämie. Typischerweise ist der grösste Teil des zugesagten Anlegerkapitals bei Privatmarktinvestitionen nämlich für viele Jahre gebunden. Verkaufen lassen sie sich in dieser Zeit normalerweise nur zu einem Discount, also einem (meist erheblichen) Abschlag zum Nominalwert. Für manchen Anleger erscheint die Anlageklasse daher möglicherweise mit höheren Risiken behaftet. Doch andererseits hilft die illiquide, langfristige Natur von Privatmarktanlagen dabei, Panikverkäufe in Stressphasen zu vermeiden und es zu unterlassen den Markt «timen» zu wollen. Diese inhärente Disziplinierung der «Private Markets» erhöht die Chancen auf die Realisierung der anvisierten Mehr-Rendite.

 

Illiquiditätsprämie (2)

Private Equity outperformt in Zeiten schwacher Aktienmärkte

Überschussrendite von Private Equity (3 Jahre annualisiert)

Quellen: Hamilton Lane, Kaiser Partner Privatbank

 

Gerade im herausfordernden Anlageumfeld von heute erscheint diese Überrendite besonders wertvoll. Denn Anleihen bringen im Portfolio derzeit weder einen (realen) Ertrag, noch Stabilität. Und Aktien sind nach der Korrektur der letzten Zeit zwar nicht mehr komplett überteuert, ihre Renditeerwartungen für die nächsten fünf und zehn Jahre liegen aber dennoch nur im mittleren einstelligen Bereich. Gerade in solch wenig inspirierenden Zeiten an den «Public Markets» haben die Privatmärkte historisch eine ansehnliche Mehrrendite geliefert. Und auch mit Blick auf die aktuell (und potentiell auch zukünftig) erhöhten Inflationsraten ist die Anlageklasse im relativen Vorteil. Denn im Vergleich zu Anleihen oder Aktien haben die Renditen von Realanlagen und Private Equity eine deutlich höhere Korrelation zur Inflationsrate. In Zeiten erhöhter Teuerung haben Privatmarktinvestitionen in der Vergangenheit daher einen effektiven Inflationsschutz bedeutet.

 

Inflationsschutz

Erhöhte Teuerung bringt Rückenwind

Durchschnittliche Renditen bei verschiedener Inflation (1999-2019)

Quellen: Bloomberg, Hamilton Lane, Kaiser Partner Privatbank

 

Herausforderung und (Ihre) Chance

Anleger, die von den vielen Vorteilen der Privatmärkte profitieren wollen, stehen allerdings vor diversen Herausforderungen. So ist insbesondere im Bereich von Private Equity die sorgfältige Fondsauswahl ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. Denn die Performance-Differenz zwischen «guten» und «schlechten» Managern ist (im Gegensatz zu den Aktienmärkten) sehr hoch. Nur wer konstant überdurchschnittlich rentierende Fonds (idealerweise aus dem 1. oder 2. Performance-Quartil) selektieren kann, gehört daher langfristig auch zu den Gewinnern. Um dies zu erreichen, sind nicht nur der Zugang zu den besten Managern, sondern auch erhebliche Due-Diligence-Kapazitäten nötig. Ein langfristig orientiertes Private-Markets-Portfolio sollte zudem über verschiedene Dimensionen (Strategien, Sektoren, Geografie, Anlagejahre) diversifiziert sein. Kapitalzusagen müssen über mehrere Jahre gemacht und Kapitalabrufe und -zusagen von verschiedenen Fonds fortlaufend gemanagt werden. All dies benötigt professionelle Expertise und bedeutet einen erheblichen administrativen Aufwand. Die wohl grösste Anlage-Hürde – selbst für vermögende Privatkunden – waren bisher aber die sehr hohen Mindestvolumina, welche nötig waren, um am Performancepotential von Private Equity & Co. zu partizipieren. Denn in der Regel rufen erstklassige Manager Ticketgrössen von zehn Millionen US-Dollar oder mehr auf, wenn sie neue Anleger mit an Bord nehmen.

 

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen

Die Performance-Streuung zwischen Private-Equity-Managern ist hoch

Performance-Quartile von Buyout-Fonds nach Anlagejahr

Quellen: Hamilton Lane, Kaiser Partner Privatbank

 

Die Möglichkeiten der Digitalisierung erlauben es heutzutage die beschriebenen Anlagebarrieren zu senken. Nicht umsonst ist inzwischen auch von der «Demokratisierung» der Privatmärkte die Rede. Die Kaiser Partner Privatbank hat ein innovatives Private-Markets-Angebot entwickelt, welches ein diversifiziertes Privatmarktengagement bereits mit tiefen Mindestvolumina ermöglicht. Mit diesem Angebot bieten wir unseren Kunden nicht «nur» den Zugang zu den Top-Managern. Neben der selbstverständlichen Übernahme jeglicher administrativen Aufgaben umfasst unser Private-Markets-Mandat eine individuell abgestimmte Lösung, die auch die Finanzierung oder Monetarisierung des Investments umfasst. Nicht zuletzt beinhaltet unser Angebot auch den Zugang zu einem Sekundärmarkt. Unser Service macht die Privatmärkte somit für bestehende und neue Kunden nicht nur zugänglich, sondern auch (semi-)liquid. Mehr Rendite bei weniger Risiko – diese Performance-Perspektiven macht die Kaiser Partner Privatbank mit dem Private-Markets-Mandat für bestehende und neue Kunden möglich.

 

Mehr Rendite…

…bei weniger Risiko

Rendite und Risiko von gemischten Portfolios (1995-2020)

Quellen: Hamilton Lane, Kaiser Partner Privatbank

 

Oliver Hackel, CFA Senior Investment Strategist

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