Ask the experts – Was unsere Kunden (und die Finanzmärkte) im Mai 2022 bewegt

Unseren Kundinnen und Kunden stehen wir jederzeit für Anliegen und Fragen zu ihren Portfolios zur Verfügung. Stellvertretend dafür fassen wir einmal pro Quartal die häufigsten Kundenfragen sowie die Antworten unserer Experten zusammen und geben Ihnen damit direkte Einblicke in unsere Vermögensverwaltung und Anlageberatung.

 


Anlagestrategie

Aktien und Anleihen verlieren dieses Jahr unter hoher Volatilität gleichzeitig deutlich an Wert – wie sichere ich in diesen Zeiten mein Kapital?

Kaiser Partner Privatbank: Das Jahr 2022 ist für Anleger wohl das herausforderndste Umfeld seit der Finanzkrise 2008/2009 und stellt selbst den «Corona-Crash» im Frühling 2020 in den Schatten. Damals reagierten die Notenbanken mit einer ausserordentlichen Ausweitung der Liquidität und brachten die Finanzmärkte innerhalb weniger Wochen wieder in ruhigere Bahnen. Diesmal ist es gerade umgekehrt: Die sehr schnelle Normalisierung der Geldpolitik angesichts massiv überschiessender Inflationsraten sorgt für den simultanen Einbruch der Aktien- und Anleihemärkte. Der bisherige Kursverlust für die entsprechenden globalen Barometer liegt inzwischen im mittleren zweistelligen Prozentbereich (MSCI Welt: -18%, Bloomberg Global Aggregate Index: -17%). Entsprechend schlecht hat sich ein «einfaches» gemischtes Portfolio beziehungsweise das berühmte 60:40-Portfolio aus Aktien und Anleihen entwickelt.

Tatsächlich sollte dem Werterhalt des Anlagevermögens in solch unsicheren Zeiten – vor einer etwaigen Wertsteigerung – Priorität gegeben werden. Dazu bietet es sich an, dem verzinslichen Portfolioteil Mikrofinanzanleihen, versicherungsbasierte Anleihen und Private-Debt-Strategien (zum Beispiel Peer-to-Peer-Lending und Immobilienfinanzierungen) beizumischen. Diese Instrumente sind gegen steigende Zinsen immun oder profitieren mittelfristig sogar von ihnen. In Bezug auf den Aktienteil sollte derweil von übereifrigen taktischen Manövern abgesehen werden. Vielmehr macht es Sinn sich mittels Optionsstrategien gegen das «Tail Risk» eines weiteren Einbruchs der Aktienmärkte abzusichern. Auf diese Weise ist man im Falle einer jederzeit möglichen (Bärenmarkt-)Rally ausreichend investiert. Der Preis dafür ist die Optionsprämie, welche durch eine etwas raffinertere Ausgestaltung der Optionsstrategie auf akzeptable Niveaus reduziert werden kann. Um eine noch höhere Stabilität und möglichst wenig Volatilität für das Anlageportfolio zu erreichen, kommt schliesslich dem dritten Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios besondere Bedeutung zu: den alternativen Anlagen. Hierzu zählen wir die Klassiker Gold und Immobilien, welche allein schon aufgrund ihrer tiefen Korrelation zu Aktien und Anleihen einen Mehrwert bieten. Darüber hinaus sollte insbesondere aber auch über die Beimischung von Private-Equity-Strategien nachgedacht werden. Diese versprechen nicht nur eine langfristige Überrendite von 3% bis 5% gegenüber den Aktienmärkten, sondern sorgen zugleich für Anlagedisziplin.

 

Kein Platz zum Verstecken? | Simultaner Abverkauf von Aktien und Anleihen

Maximaler Kursverlust («Drawdown») der Aktien- und Anleihemärkte

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

Anleihen

Die Zinsen sind in den letzten Monaten massiv angestiegen – sind Anleihen jetzt wieder interessant?

Kaiser Partner Privatbank: Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen sind seit Jahresbeginn von 1.5% auf 3.2% angestiegen – ein turbulenter Ritt, verbunden mit den höchsten Kursverlusten für US-Treasuries ausgehend von einem Allzeithoch seit 42 Jahren. Ähnlich rasant war die Entwicklung bei deutschen Bundesanleihen und Schweizer Eidgenossen, welche zuletzt kurzzeitig die 1%-Marke touchierten. Die grosse Renditedifferenz zwischen beiden Seiten des Atlantiks macht klar – wenn bei sicheren Staatsanleihen etwas attraktiv sein könnte, dann sind es die Schuldpapiere aus den USA. Zwar spricht das derzeitige Makro-Trio Wachstum/Inflation/Liquidität für tendenziell noch weiter steigende Langfristrenditen in den kommenden Monaten. Aus unserer Sicht ist aber der Punkt erreicht, an dem man vorhandene Wetten auf einen weiteren Renditeanstieg neutralisieren sollte. Das Chance-Risiko-Verhältnis spricht jedenfalls nicht mehr für eine kurze Portfolioduration. Hingegen gibt es mehrere Faktoren, die ein Ende der Fahnenstange in Aussicht stellen. So verweisen charttechnische Analysten zu Recht auf die offensichtliche Hürde bei 3.25% – dem Hoch 10-jähriger US-Renditen aus dem Herbst 2018. Zudem befanden sich die Langfristrenditen mit dem Zwischenhoch bei 3.2% Anfang Mai bereits 80 Basispunkte über dem von der US-Notenbank als langfristigen Endpunkt betrachteten «Gleichgewichtszinssatz», welchen sie in ihren letzten Projektionen bei 2.4% veranschlagte. Dieser Zinssatz hat in der Vergangenheit als natürlicher «Anker» für den 10-jährigen Referenzzins gedient. Und schliesslich erreichen US-Treasuries ihren Zenit in der Regel, nachdem 50% bis 75% eines Zinserhöhungszyklus durchlaufen sind. Unter der Annahme, dass der aktuelle Zyklus relativ schnell verläuft, bleiben auch aus dieser Perspektive nur wenige Monate (oder Quartale) bis ein finaler Höhepunkt erreicht sein könnte. Fazit: Eine Untergewichtung von Staatsanleihen ist nicht mehr angebracht und sollte korrigiert werden. Sollte der Fed die anvisierte «sanfte Landung» nicht gelingen, könnten sie im Falle einer dann wahrscheinlichen Rezession (und ebenso wahrscheinlich fallenden Aktienmärkten) sogar wieder die wertvolle Portfoliodiversifikation bringen, die sie zuletzt so schmerzlich vermissen liessen.

 

Über das Ziel hinausgeschossen? | Der Luft für US-Renditen wird dünner

US-Renditen und Fed-Schätzung für den «Gleichgewichtszinssatz»

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 


Rohstoffe

Rohstoffe haben seit Jahresanfang stark zugelegt. Sind Rohstoffanlagen jetzt (noch) ein gutes Investment?

Kaiser Partner Privatbank: «The trend is your friend, until the end when it bends» – dies gilt sowohl für steigende als auch für fallende Kurse. Nachdem die breiten Rohstoffindizes wie beispielsweise der Bloomberg Commodity Index im letzten Jahr ihre langjährigen Abwärtstrends überwunden haben, kann man für die Anlageklasse aus taktischer Sicht zumindest nicht mehr uneingeschränkt pessimistisch sein. Tatsächlich sind Rohstoffe seit Jahresbeginn neben dem US-Dollar die einzige relevante Anlage(klasse) aus dem liquiden Anlageuniversum mit positiver Performance. Die Frage, ob man jetzt in Rohstoffe investieren sollte, lässt sich aber nicht allein mit dem positiven Preistrend beantworten. Ebenso wichtig sind die Fundamentaldaten, im Fall von Rohstoffen also insbesondere die individuellen Angebots- und Nachfrage-Verhältnisse. Diese sind bei einigen Industriemetallen, vor allem aber bei Rohöl und einigen Agrarrohstoffen sehr angespannt, was für weiterhin hohe beziehungsweise steigende Preise sprechen würde. Zuletzt hat der Ukraine-Konflikt und dessen Nebenwirkungen bereits bestehende Engpässe noch weiter verschärft. Die Attraktivität als Investment ist bei Rohstoffen – eine Besonderheit der Anlageklasse – aber zusätzlich von der Situation am Terminmarkt abhängig. Denn in der Regel investieren Anleger mittels verschiedenster Anlagevehikel nicht direkt in Rohstoffe, sondern indirekt über Rohstoff-Futures. Diese müssen regelmässig «gerollt» werden – ein Prozess, bei dem je nach Form der Terminkurve entweder Rollgewinne oder -verluste auftreten. In den vergangenen zehn Jahren war die sogenannte Rollrendite im Falle des Bloomberg Commodity Index fast durchgängig negativ. Obwohl der Index der Spotpreise im letzten Jahrzehnt immerhin um rund 50% gestiegen ist, blieb für Anleger aufgrund der Rollverluste als «Total Return» ein kleines Minus. In den letzten Monaten haben sich die Terminkurven beziehungsweise deren Form nun erstmals seit Langem (und für längere Zeit) zu Gunsten der Anleger gedreht. Aufgrund der teils akuten Knappheiten werden bei vielen Rohstoffen für kurzfristige Lieferungen aktuell höhere Preise gezahlt als für Lieferungen weiter in der Zukunft. Die Terminkurven sind invers («Backwardation») und das Rollen der Futures-Kontrakte führt zu Rollgewinnen. In den letzten Wochen ist die annualisierte Rollrendite des Bloomberg Index auf nahezu 10% gestiegen. Selbst wenn sich die Spotpreise nicht weiter nach oben bewegen, werfen Rohstoffanlagen somit aktuell eine positive Rendite ab. Also weiterhin grünes Licht und Zeit noch auf den Rohstoffzug aufzuspringen? Während die Form der Rohstoffterminkurven auf kurze Sicht von einem bis drei Monaten relativ starr ist, war in der Vergangenheit auf längere Sicht von 12 Monaten und mehr eine «Mean Reversion» zu beobachten – das Rollrendite-Pendel dürfte mittelfristig also wieder zurückschwingen. Auch sollten gewisse Knappheiten früher oder später – und eventuell durchaus auch auf höherem Preisniveau – zu einem höheren Angebot und einem neuen Gleichgewicht beziehungsweise Gleichgewichtspreis führen. Eine dauerhafte Risikoprämie gibt es bei Rohstoffen im Gegensatz zu Aktien aber nicht zu verdienen. Den aktuellen Hype um ein vermeintliches Rohstoffrevival bleiben wir daher mit gutem Gewissen fern. Gerade auch weil wir auf Rohstoff-Futures basierende Anlagen aus Nachhaltigkeitssicht durchaus fragwürdig finden. Das Comeback der Energiepreise lässt sich unserer Meinung nach besser über indirekte Investitionen in die – unter ESG-Aspekten – führenden Energiekonzerne «spielen». Diese Spielart bietet ebenso wie direkte Rohstoffengagements einen gewissen Inflationsschutz, so dass auch auf dieses «Feature» nicht verzichtet werden muss.

 

«Mind the gap» | Eine verlorene Dekade für Rohstoffinvestments

Bloomberg Commodity Spot Index vs. Total Return Index

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank


Kryptowährungen

Der Bitcoin hat zuletzt deutlich Federn lassen müssen. Eignen sich Digitalwährungen in diesen turbulenten Zeiten zur Portfoliodiversifikation?

Kaiser Partner Privatbank: Im Februar fragten wir uns, ob der Bitcoin einen Platz in unserer beziehungsweise der Asset Allocation eines Privatanlegers haben sollte. Unsere Antwort lautete damals: Nein: Er sei nur etwas für wahre Krypto-Optimisten – und auch dann nur in geringer «Dosis» und möglichst diversifiziert. Die Zeit seitdem bestätigt uns in dieser eher verhaltenen Euphorie gegenüber den Digitalwährungen als Anlageinstrumente. Die Korrelation zwischen dem Bitcoin und dem Technologieindex Nasdaq ist in den letzten Wochen auf neue Höchststände gestiegen. Seit dem Allzeithoch Ende letzten Jahres ist die bekannteste Digitalwährung inzwischen um mehr als 60% gefallen. Auch wer diversifiziert investierte, hatte das Nachsehen. Denn andere – von Experten als vielversprechende Alternativen bezeichnete – Coins wie Ripple, Solana und Polkadot haben bereits mehr als 80% ihres Wertes verloren. Wir bleiben bei unserer vorsichtigen Einschätzung: Anstatt vor Inflation zu schützen oder einen positiven Diversifikationsbeitrag zu leisten, sind Kryptowährungen derzeit ein Spielball der (privaten und institutionellen) Spekulanten. Der Entzug der globalen Notenbankliquidität trifft die wohl risikoreichsten Instrumente der heutigen Kapitalmärkte mit voller Wucht. Eine (temporäre) Erholung ist dann zu erwarten, wenn sich das Liquiditätsumfeld wieder etwas verbessert. Noch ist dies nicht absehbar.

 

Wo ist der Mehrwert? | Der Bitcoin ist (nur) ein «risk on»-Proxy

Korrelation zwischen Bitcoin und Nasdaq-Index (60 Tage)

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 


Inflation

Die Inflationszahlen sind zuletzt stets höher ausgefallen als erwartet. Wann ist ein Ende dieses Trends in Sicht? Und wie kann man in diesem Umfeld eine robuste Anlagestrategie gestalten?

Kaiser Partner Privatbank: Der Trend ist (immer noch) intakt – auch die US-Inflationszahlen für April fielen mit 8.3% am Ende höher aus als erwartet (8.2%). Dennoch war die Jahresteuerungsrate erstmals seit Anfang 2021 wieder rückläufig. Der Inflationshöhepunkt dürfte in den USA nun überschritten sein und schon allein aufgrund des «Basiseffekts» (die Preisanstiege des letzten Jahres fallen langsam aus dem 12-Monats-Vergleich heraus) dürfte sich die (Kern-)Inflation bis zum kommenden Frühling in etwa halbieren. Positiv stimmt auch, dass sich die Steigerungsraten bei den Löhnen von 6% in zweiten Halbjahr 2021 auf zuletzt weniger als 4% bereits abgeschwächt haben. Dies dürfte die Sorgen vor einer Lohn-Preis-Spirale zumindest etwas dämpfen. Für eine vollständige Entwarnung an der Inflationsfront ist es allerdings noch klar zu früh. Denn zwar sehen wir nun insbesondere bei den Güterpreisen wie beispielsweise bei den Gebrauchtwagen Entspannungssignale. Bei den Dienstleistungspreisen verzeichnete die Teuerungsrate mit 0.7% gegenüber dem Vormonat im April jedoch den grössten Anstieg seit Jahrzehnten.

Dass die Inflation in den kommenden 18 bis 24 Monaten wieder unter das bisher (noch) gültige Ziel der meisten Notenbanken von 2% fällt, ist jedenfalls äusserst unwahrscheinlich – auch in Europa (mit Ausnahme der Schweiz). Vielmehr bedeuten Disruptionen wie der akute Container-Stau in den chinesischen Häfen und die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die Energie- und Agrarrohstoffpreise ein beständiges Aufwärtsrisiko für die Teuerung. Auch Anleger sollten sich mit der Erkenntnis vertraut machen, dass wir uns wohl in einem neuen Inflationsregime befinden, in dem nominale Anlagen wie klassische Anleihen und insbesondere Bargeld den denkbar schwächsten Schutz vor Entwertung bieten, sondern ganz im Gegenteil besonders exponiert sind. Umso wichtiger ist es den Realwertcharakter seines Portfolios zu stärken, indem man Immobilien- und Infrastrukturanlagen sowie auch Private Equity beimischt. Alle drei Anlagekategorien haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Werte aufbewahren – sprich vor Inflation schützen. Dieser «Trend» dürfte unserer Meinung nach auch zukünftig fortbestehen.

 

US-Inflationsüberraschungen… | …sind über den Zenit

Citi Inflation Surprise Indizes

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

China

Aus China gibt es derzeit (fast) nur negative Nachrichten. Ist das Wachstumsziel von 5.5% in diesem Jahr noch zu erreichen?

 Kaiser Partner Privatbank: «Null-Covid» – so lautet das Motto in China auch weiterhin. Beim Politbürotreffen am 5. Mai wiederholte Xi Jinping einmal mehr, dass man kein Nachlassen im Bemühen ums Reduzieren der Corona-Fälle auf null tolerieren würde. Von einem Abstimmen der Massnahmen mit den Wachstumszielen oder einer Minimierung der Pandemieauswirkungen auf die Wirtschaft war allerdings keine Rede mehr. Im Vorlauf zum Schlüsselevents des Jahres – dem 20. Parteitag im Herbst – haben sich die Prioritäten des Präsidenten offensichtlich verschoben. Mehr als 40 Städte mit insgesamt rund 300 Millionen Einwohnern und verantwortlich für 30% der Wirtschaftsleistung standen zuletzt unter teilweisem oder vollständigem Lockdown. Dass diese Politik nicht ohne Wachstumsschmerzen verläuft, wird dabei immer offensichtlicher: Die Werte der Einkaufsmanagerindizes im April für die Industrie und den Dienstleistungssektor fielen in den Keller, die Exporte in die Industrieländer brachen ein und anfangs der Woche enttäuschten auch die Daten zur Industrieproduktion und zum Einzelhandel. Zwar scheint der Höhepunkt der Neuinfektionen überwunden (nach einem Hoch der Fallzahlen am 13. April (29’411) sanken die Zahlen zuletzt auf unter 2’000), das zweite Quartal dürfte aber nicht mehr zu retten sein und mit einem Negativwachstum in die Statistik eingehen. Denn Lockerungen dürften nur graduell verlaufen und die Normalisierung der Wirtschaftsaktivität eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Dass die «Null-Covid»-Politik nicht ohne Risiko ist und ganz offensichtlich für Verstimmung in der Bevölkerung sorgt, ist den führenden Wirtschaftslenkern in der Kommunistischen Partei und der chinesischen Zentralbank wohl bewusst. Dementsprechend gab es in den letzten Tagen und Wochen auch immer wieder beruhigende Worte von offizieller Seite, welche die Notwendigkeit stabilisierender Massnahmen betonten. Im Widerspruch zu den harschen Worten des Präsidenten wurden solche bereits auch getroffen. Dazu gehören verstärkte Infrastrukturinvestitionen, lokale Lockerungsmassnahmen im Immobiliensektor und ein weniger konfrontatives Vorgehen gegen die Internetriesen. Auch die People’s Bank of China hat bereits Lockerungsmassnahmen vorgenommen und beispielsweise die Zinsen gesenkt, wenn auch weniger als vielleicht erhofft. Jüngst scheint sie dafür aber ein alternatives Werkzeug zu verwenden: den Renminbi. Nachdem die Währungshüter das Fixing des USD/CNY-Kurses in den letzten Wochen stetig nach oben adjustiert haben, hat die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar innerhalb kürzester Zeit rund 7% abgewertet. Die Exportindustrie wird auf diese Weise wieder wettbewerbsfähiger und so ist auch diese Massnahme letztlich eine «Konjunkturmassnahme». Zwar dürfte das Wachstum in China im zweiten Halbjahr wieder sukzessive anziehen, ein Erreichen des Wachstumsziel von 5.5% ist aber inzwischen wohl klar ausser Reichweite geraten. Selbst eine Rate von 4.5% wäre aus heutiger Sicht schon ambitioniert. Unsere frühere Einschätzung, dass China in diesem Jahr als Wachstumsstütze für die Weltwirtschaft ausfallen wird beziehungsweise nur ein halb aufgeblasener Rettungsring ist, scheint sich immer mehr zu bestätigen.

 

Keine Wachstumslokomotive | Chinas Einkaufsmanagerindizes im Tief

Einkaufsmanagerindizes (Industrie und Dienstleistungen kombiniert)

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 

Sie haben weitere Fragen? Dann melden Sie sich gerne bei uns.

 

Roman Pfranger
Mitglied der Geschäftsleitung, Head Private Banking
Oliver Hackel
Senior Investment Strategist

Investment News

 

Wer in Zeiten des globalen Wandels mit seinen Investments auf der richtigen Seite des globalen Wandels sein will, muss besonders gut informiert sein.

Die Experten unseres Investment Competence Center geben Ihnen regelmässig über wichtige Ereignisse und Trends Auskunft.
Abonnieren Sie die News.

!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
!Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Wir nutzen Ihre E-Mail-Adresse lediglich für die jeweilige Zustellung des Newsletters betreffend “Investment News”. Der Zustellung erfolgt je nach Aktualität.